Cotopaxi, Quilotoa und die Posada de Tigua

Filed under: Bilder,Ecuador — Uli am 30. November 2012, 00:55

Volcan Cotopaxi
Die Zeit in Ecuador nähert sich dem Ende, aber die letzten Tage bildeten einen tollen Abschluss dieses Teils der Reise. Von Baños ging es nach Latacunga, von wo wir 2 Tagesausflüge machen wollten. Am ersten Tag ging es zum Vulkan Cotopaxi. Unsere Gruppe bestand nur aus uns und unserem Guide Diego. Wir haben uns für die North face Variante entschieden, die auch die häufiger gewählte ist. Von Latacunga ging es also auf der Panamericana gen Norden, um den Nationalpark von dort aus zu betreten. Die erste Station war eine kleine Lagune, von der man einen tollen Blick auf den Vulkan hat, und dann ging es auf 4500 hinauf. Vom Parkplatz aus läuft man dann in einer knappen Stunde 300 Höhenmeter zu einer Herberge hinauf. Klingt alles ganz easy, ist aber sehr anstrengend. Der Blick entschädigt dann aber und die Tour ist absolut zu empfehlen. Diejenigen, die auf den Gipfel steigen, schlafen in der Herberge und starten dann früh um 1 zum ca. 6 stündigen Aufstieg, solange das Eis des Gletschers noch fest ist.
Quilotoa
Für den nächsten Tag war die Quilotoa-Lagune geplant. Da wir außerdem noch eine Nacht in der Posada de Tigua verbringen wollte, hat man uns im Hostal empfohlen, uns dann doch auf dem Rückweg dort absetzen zu lassen. Wir konnten die großen Rucksäcke im Hostal lassen und sind also nur mit Sachen für eine Nacht los. Abfahrt war wieder 8 Uhr und nach einem kurzen Stopp auf einem Markt ging es wieder hoch. In Tigua haben wir noch eine Galerie besucht und dann sollte es eigentlich nach Quiolota gehen. Allerdings war die Straße wegen Bauarbeiten für die nächsten 2 Stunden gesperrt, sodass sich unser und einige andere Fahrer entschieden, einen anderen Weg zu nehmen. Der Umweg hat ca. 1 Stunde gedauert und war, wie unser Fahrer es bezeichnete, eine gute Massage. Ohne den Allradantrieb wäre das nichts geworden. Quilotoa liegt auf 3900m und zunächst sieht man noch gar nichts. Der See liegt 400m unterhalb des Kraterrands, sodass man erst nahe vorm Rand den Blick genießen kann. Auf dem Weg hinab kamen wir an grasenden Guanacos vorbei, für den Rückweg haben wir uns für die einfachere Variante auf den Rücken von Maultieren entschieden.
Rückzu war die Straße glücklicherweise gerade offen, sodass wir schon halb 3 an der Posada waren. Wir sollten für die Nacht die einzigen Gäste sein und durften uns ein Zimmer aussuchen. Die Posada ist Teil einer großen Hacienda, also eines Bauernhofs mit allem drum und dran. Schon bei unserer Ankunft wurden wir von zwei neugierigen Hunden, einem Bernhardiner und einem flauschigen anderen, der wahrscheinlich einen Chow-Chow als Vorfahren hat, begrüßt. Außerdem gab es Lamas, Guanacos, Kühe, Schafe, Schweine, Hühner, Gänse, Esel, Pferde und zwei Kätzchen.
Lamas
Nach einem kleinen Spaziergang mit den beiden Hunden wollten wir gerade zurück ins Haus, als René in der Kuhherde eine liegende Kuh entdeckte, die versuchte zu kalben. Da wir keine Ahnung hatten, ob es dabei normalerweise Hilfe bedarf, bin ich doch mal zum Haus gelaufen, und habe Margarita, der Hausherrin, etwas mühevoll auf Spanisch die Situation erklärt. Wie sich herausstellte, war das gut, denn obwohl sonst eigentlich keine menschliche Hilfe notwendig ist, hatte diese Kuh wohl nicht genügend Kraft. Dem bereits herausschauendem Kälbchen wurde ein Strick um die Vorderbeine gebunden und dann haben wir alle gemeinsam kräftig gezogen, bis das Kleine draußen war. Da es ein Männchen ist, wird es René heißen. Nach gut einer Stunde konnte der Kleine dann schon stehen und nach einer weiteren klappte es auch mit dem Trinken.
Der kleine René
Zum sehr leckeren Abendessen gab es selbstgemachten Käse und morgens dann auch Joghurt, Dulce de Leche und Butter a la casa. Abends haben wir dann auch Margaritas Mann Marco kennengelernt, der sich wie sie rührend um uns gekümmert hat.
Das Haus wird rund um die Uhr von einem Ofen beheizt (tatsächlich eher eine Seltenheit, auch Heizungen haben wir bislang nirgendwo gesehen), sodass es trotz der Höhe nachts gar nicht so kalt war. Nach dem Frühstück haben wir dann noch einen längeren Spaziergang gemacht, bevor wir uns gegen 11 von Margarita, den Hunden und natürlich dem kleinen René verabschieden mussten.

Baños

Filed under: Bilder,Ecuador — Uli am 25. November 2012, 23:08

Die letzten Tage haben wir in Baños verbracht. So viele Touris auf einem Fleck trifft man in Ecuador wohl sonst nur in Galapagos, aber es ist ein nettes Örtchen inmitten einer tollen Kulisse.
Gleich am ersten Abend waren wir in einem der Thermalbäder (Las piscinas de la Virgen) nur 2 Minuten von unserem Hostal entfernt. Das Bad hat tagsüber geöffnet und schließt dann 17 Uhr für eine Stunde, in der das Wasser getauscht wird, um dann nochmal bis 22 Uhr zu öffnen. Obwohl wir pünktlich um 18 Uhr da waren, hatte sich schon eine ordentliche Schlange davor gebildet, größtenteils aber Ecuadorianer, also keine reine Touristenveranstaltung. Das Bad besteht aus mehreren offenen Etagen mit verschiedenen Becken unterschiedlicher Wassertemperatur. Das große Becken wurde noch befüllt, also sind wir in das kleine oben auf der Terrasse und als ich mit dem ersten Fuß drin war, entwich mir doch ein Geräusch, was bei René die Befürchtung aufkommen ließ, es wäre doch etwas kalt. Aber ganz im Gegenteil, es war eher sehr warm. Wenn man sich ein wenig reckt, hat man auch einen schönen Blick über den Ort. Nach einer Weile im Becken wurde es immer voller, sodass wir wieder raus sind. Das andere kleine Becken oben war kalt, aber eine Etage tiefer haben wir ein weiteres noch nicht ganz so volles entdeckt. Nicht ohne Grund, denn dieses war nun wirklich sehr heiß, sodass sich auf den Stufen hinein regelrechte Staus entwickelten, weil man sich sehr überwinden musste, tiefer reinzugehen. Daneben war dann ein eiskaltes Tauchbecken, was rege genutzt wurde, sogar von mir.
Am 2. Tag haben wir eine kleine Wanderung zum Aussichtspunkt Bellavista gemacht. Da Baños in einem Kessel liegt, geht es immer erstmal bergan. Der Weg bietet einen tollen Blick auf den Ort, den man bei den vielen notwenigen Pausen oft genießen kann. Über den Ort Runtún vorbei an vielen Tomatengewächshäusern, ging es dann zurück hinab nach Baños. Insgesamt braucht man ca. 4 Stunden.
Zwischendurch konnten wir auch mal einen Blick auf den Vulkan Tungurahua werfen, die Spitze war aber immer durch Wolken versteckt. Da der Vulkan in den letzten Jahren und auch Monaten immer mal wieder gespuckt hat, sind überall in Baños große Pfeile auf die Straße gemalt, die angeben, in welche Richtung man im Falle einer Evakuierung gehen soll. Wenn man selbst mit einem Fahrzeug eigentlich in einer Einbahnstraße unterwegs ist, diese Pfeile aber in die entgegengesetzte Richtung deuten, ist das leicht irritierend.
Manchas y Leader in Baños
Am 3. Tag ging es gegen halb 10 für 3 Stunden auf Pferden in den Cañon Richtung Tungurahua, der sich leider wieder versteckte. Der Guide hat uns immer mal zu Galopp überreden wollen, aber nachdem mein Pferd, das anfangs mal von selbst versucht hatte, habe ich dankend abgelehnt. Und da entweder alle oder keiner gallopiert, musste auch René verzichten.
Eine weitere beliebte Aktivität rund um Baños ist Rafting, aufgrund meines Muskelkaters am folgenden Tag und weil wir sowieso dazu tendiert hatten, haben wir uns dann aber für Quadfahren entlang der Ruta de las Cascadas entschieden. Und nun, ich muss sagen, es war nicht so meins, aber ich hab’s ja überstanden. Es ging also auf der Straße Richtung Puyo an diversen Wasserfällen vorbei, die meisten der Tunnel müssen Rad- und Quadfahrer umfahren.
Zwischendurch gab es immer wieder Stellen am Fluss, wo man sich waagerecht in einem Geschirr an Drahtseilen, den Kopf voran z.T. 1 km durch den Cañon „fahren“ lassen (Cañoning) oder auch an einem Seil an Brücken baumeln (Puenting) konnte. Der Nervenkitzel mit dem Quad war aber ausreichend. Als wir zwischendurch eine Fotopause an einem der Wasserfälle gemacht hatten, sprang das Teil dann auch nicht wieder an, sodass wir nach vielen vergeblichen Versuchen das Büro in Baños anrufen mussten. In dem Restaurant beim Wasserfall fand sich aber schnell jemand, der für uns angerufen hat und nach ca. 15 Minuten kam ein Typ auf einem Motorrad, der ein paar Mal das Quad vor- und zurückschaukelte und es ging wieder. Man schien das Problem also zu kennen, sonst wäre ja vielleicht auch ein Pickup gekommen, mit dem man das Teil und uns sonst hätte zurück bringen können. Wir konnten unsere Fahrt also fortsetzen und sind dann noch bis zu einem wirklich beeindruckenden Wasserfall, dem Pailón del Diablo gefahren, zu dem man dann allerdings noch ein ganzes Stück mit ordentlichem Höhenunterschied laufen musste. Zurück lief dann alles glatt, sodass wir nach insgesamt 4 Stunden wieder in Baños waren.

Cuenca und Ingapirca

Filed under: Bilder,Ecuador — Uli am 20. November 2012, 21:55

Casa del Sombrero
Die letzten paar Tage haben wir in Cuenca, einer sehr schönen Kolonialstadt im südlichen Ecuador verbracht. Es heißt, hier gäbe es für jeden Sonntag des Jahres eine Kirche und trotzdem waren am Sonntag alle, die wir gesehen haben während der Messe gut gefüllt. Wirklich beeindruckend war die neue Kathedrale und bei der Menge an Kirchgängern dauerte das Abendmahl sehr lange. Cuenca ist außerdem eine der Gegenden in Ecuador, wo viele der berühmten Panamahüte hergestellt werden. Der Name ist entsprechend irreführend. Das Material dafür wird nur in Ecuador angebaut und dann hier in Handarbeit zu Hüten geflochten. Einer der berühmtesten Hutmacher ist Alberto Pulla, der – inzwischen über 80 – seit er 6 Jahre alt ist Hüte herstellt.
Ingapirca
Heute ging es dann nach Ingapirca, alten Inkaruinen 2 Stunden entfernt von Cuenca. Leider ist nicht mehr viel erhalten, weil die Steine später für die Errichtung anderer Gebäude verwendet wurden. Wie auch in Peru kann man hier wieder bewundern, wie gut die Steine ineinander passen, sodass kein Mörtel o.ä. benötigt wurde.

Die Galapagosinseln

Filed under: Bilder,Ecuador — Uli am 16. November 2012, 22:44

Pinguin
Am Freitag war es dann endlich so weit, es ging auf die Galapagosinseln – sicher das Highlight des Urlaubs. Von Quito flogen wir zunächst über Guayaquil, wo wir aber im Flugzeug sitzen bleiben konnten, nach Baltra. Unser Flugzeug war voll mit Leuten der Explorer II, ein Schiff, das wohl knapp 100 Passagiere transportiert. Nur gut, dass wir eine kleine Yacht gebucht hatten.
Beach
Am Flughafen darf man bei der Einreise die Nationalparkgebühr entrichten, und entgegen der Hinweise in den Reiseführern habe ich gesehen, dass auch 100$-Scheine akzeptiert wurden. Außerdem wird das Handgepäck auf Lebensmittel durchsucht, da man die nicht einführen darf.
Nach einer sehr kurzen Busfahrt waren wir am Meer und mit Schlauchbooten ging es mit den anderen 13 Passagieren (2 Schweizern, einem amerikanisch-mexikanischem Paar und 9 Engländern) und unserem Guide zum Schiff, der Tip Top IV.
Meeresschildkroete
Unsere Kabine war auf dem Unterdeck, was die Wahrscheinlichkeit der Seekrankheit etwas senken sollte, nachts haben dann aber doch die meisten eine Tablette genommen, was vor allem in der zweiten Nacht sehr gut war, aber nicht allen immer half. Im Allgemeinen fährt das Schiff nämlich nur nachts und ankert tagsüber an den verschiedenen Inseln.
Land Iguana
Gleich am 1. Tag gab es noch einen Landausflug auf die Insel North Seymor, wo wir Land Iguanas, Blaufußtölpel, Seelöwen und diverse andere Tiere sehen konnten. Entgegen den Angaben in der Infobroschüre, die wir in Quito bekommen haben, hatte man am ersten Abend doch noch die Möglichkeit Neoprenanzüge zu leihen, die dann über Nacht geliefert wurden. Ohne wären die Schnorchelausflüge doch sehr kurz wenn nicht sogar ganz ausgefallen, das Wasser war nämlich nicht sonderlich warm, und man war meist ca. 40 Minuten schnorcheln.
Blaufusstoelpel
Ab dem zweiten Tag gab es dann eigentlich jeden Tag die Möglichkeit zu schnorcheln und die Unterwasserwelt ist wirklich unbeschreiblich schön. Unzählige Fische in allen Farben, neugierige Seelöwen, Pinguine und riesige Wasserschildkröten, die sich durch nichts aus der Ruhe bringen lassen. Auch an Land kamen täglich neue Tierarten dazu, Marine Iguanas, Landschildkröten, Echsen, Skorpione, verschiedenste Finken, Frigate Birds, Herons (ich entschuldige mich für die englischen Namen, die deutschen sind mir leider nicht immer bekannt). Außer der Eule fehlte eigentlich nur ein Vulkanausbruch.
Ab und an sind wir auch tagsüber mal ein Stück gefahren und dann war Whale Watching vom Sonnendeck aus angesagt. Und tatsächlich hatten wir das Glück, Pilot Whales und Delphine zu sehen.
Pilot Whale
Zwischen all den Ausflügen gab es immer sehr leckeres Essen, aber man war auch tatsächlich immer ziemlich hungrig von der vielen frischen Luft, den Schnorchelausflügen und dem doch sehr vollgepacktem Tagesprogramm (6:30 Uhr war Wecken), sodass es auch abends zeitig ins Bett ging. Ziel war es nämlich auch, bevor der Anker gelichtet wurde, einzuschlafen.
Außer den Ausflügen in die Natur, haben wir eine Aufzuchtstation für Landschildkröten und das Charles Darwin Research Center besucht. Am vorletzten Tag waren wir auf der Insel Floreana, wo sich in den 1930er Jahren einige deutsche Auswanderer ansiedelten.
Seeloewen
Die Geburt von Rolf Wittmer, des Begründers der Yachtgesellschaft, mit der wir unterwegs waren, war die erste dokumentierte Geburt auf Floreana. Um die drei Grüppchen, die damals dort landeten, die Wittmers, ein Zahnarzt namens Dr. Ritter, der sich und seiner Geliebten aus Angst vor Zahnproblemen vor der Reise alle Zähne gezogen hat (man teilte sich dann bei Bedarf ein Gebiss..), und einer Baroness mir ihren 3 Lovern ranken sich allerlei Geschichten, da die meisten auf Recht mysteriösen Umständen ums Leben kamen.
Krabbe
Auf Floreana ist auch die Post Office Bay, wo man seine Postkarten einwerfen kann und wiederum andere Postkarten rausnimmt, um diese dann zuzustellen. Eigentlich soll man das wohl persönlich machen, wir werden aber wohl in Deutschland einfach eine Marke aufkleben.
Alles in allem war es eine tolle erlebnisreiche Woche mit sehr netten Mitreisenden (viele Grüße an Cornelia und Hans).
Giant Tortoise

Nächste Seite »
 
Website Apps